Havana in Kuba – der Kommunismus lebt

Nachdem wir mit allen anderen am Flughafen ewig auf unser Gepäck warteten, dabei schon mal einen kleinen Einblick in die kubanische Gemütlichkeit erhielten und noch Geld wechselten, kamen wir mitten in der Nacht in unserer ersten Unterkunft, dem Casa Haifa, an. Dabei fiel trotz Übermüdung direkt die Freundlichkeit der Kubaner auf. Es war kein Problem, dass wir mitten in der Nacht kamen, es gab noch eine Flasche Wasser aufs Haus und dann hieß es erst mal schlafen. Gegen Jetlag – super. Am nächsten Morgen erwartete uns ein tolles Frühstück mit vielen Früchten und 34 Grad – gefühlte 40 Grad, welche uns erschlagen haben.

Die erste Aufregung war es mit dem Taxi zu fahren – wir nahmen einen Oldtimer, ein sogenannte Taxi Collectivo und fuhren für umgerechnet 2 Euro in die Stadt. Bei diesen Taxen sollte man immer vorher fragen, was es kostet, da mit Touristen, wie auf ganz Kuba, gerne Geld gemacht wird. Bei unserer ersten Fahrt war der Taxifahrer so nett und gab uns sogar 10 CUP (Einheimischenwährung, ca. 50 Cent) wieder raus.

Auf ging es, die Altstadt Havanas zu erkunden. Das Capitol ist leider seit zwei Jahren wegen Sanierungsarbeiten geschlossen, was in unserem aktuellen Reiseführer leider nicht geschrieben stand. Also nur Fotos von außen und weiter.

Das Capitol, eingehüllt in Bau-Gerüste
Das Capitol, eingehüllt in Bau-Gerüste

Das Problem mit dem Wasser

Da es so heiß war, merkten wir ziemlich schnell, dass wir einiges an Wasser über den Tag verteilt trinken mussten. Nur wie, wenn man keine Flasche Wasser zu kaufen bekommt? Es war ein unsägliches Problem, eine Flasche Wasser in der Altstadt zu kaufen. Supermärkte wie bei uns bekannt gibt es dort nicht ansatzweise. Aus den Fenstern der Häuser heraus werden Kaffee, am Kiosk ab und zu eine Wasserflasche 0,33 Liter für 1 Euro verkauft. Häufig aber auch mal gar nichts. Nachdem wir den ein oder anderen Standort bzgl. Wasser abgeklappert hatten, kauften wir schließlich eine große Flasche Zitronenlimonade – Sprite auf kubanisch. Hilft eigentlich nichts, da man durch den vielen Zucker noch mehr trinkt, aber wir hatten Durst und es war so ziemlich die einzige Möglichkeit etwas zu trinken. In der Unterkunft fragten wir dann, wo wir Wasser kaufen könnten. Glücklicherweise war es nur wenige Minuten vom Casa entfernt. Dort fielen wir natürlich auf wie ein bunter Hund als Touristen. Doch dort wurden wir nicht übers Ohr gehauen und waren selten so froh, eine Flasche Wasser in den Händen zu halten.

Kommunismus pur

Wir besuchten die Burganlage „Castillo de la Real Fuerza“  und erfahren erstmals, was wir noch häufiger sehen werden: Es gibt einen Eintrittspreis für Einheimische, in diesem Fall 3 CUP. Für Touristen hat man die Währung einfach in 3 CUC geändert. Wenn man bedenkt, dass 1 CUC=24 Cup, haben wir also das 24-fache an Eintritt bezahlt. Um Fotos zu machen, hätten wir noch 5 CUC zusätzlich zahlen sollen, darauf haben wir verzichtet. In jedem Raum stand ein Mitarbeiter/-in und wies uns immer wieder darauf hin, dass es kein Problem ist Fotos zu machen und boten uns auch eine Tour für 3 CUC an. Wir verzichteten. Im oberen Ausstellungsraum gab es einen abgesperrten Turm. Die Mitarbeiterin bot uns an, dass wir gerne hinauf gehen und Fotos machen könnten. Wir nahmen das Angebot dankend an und freuten uns darüber. Als wir nach unten kamen, hielt sie die Hand auf. Glücklicherweise sind wir mit umgerechnet 1,50 Euro Lehrgeld gut davon gekommen. Im Nachhinien dachten wir natürlich, wie konnten wir so doof sein, auch in Asien ist es klar, dass man mit niemandem mitgeht oder sich ansprechen lässt, da es immer Geld kostet. Doch es war recht geschickt gemacht und wie wir erkannten, hatte sie bereits einen gut gefüllten Beutel mit Geld von vermutlich ahnungslosen Touristen. Es ist uns auf der Reise noch sehr häufig passiert, dass uns angeboten wurde Fotos zu machen, obwohl im Vorraus dafür unverhältmißmäßig viel gezahlt werden sollte. Wir lehnten immer dankend ab und sparten uns einiges an Geld. Die 1,50 Euro konnten wir verkraften, hatten uns dennoch darüber geärgert.

Der "teure" Ausblick zur anderen Seite des Ufers
Der „teure“ Ausblick zur anderen Seite des Ufers

 

Doch der Kommunismus zieht sich noch weiter:

Unsere Postkarten aus Havanna sind nach 4 Wochen in Deutschland angekommen, obwohl wir sie direkt bei der Post abgegeben hatten. Allerdings hatten wir nicht darauf geachtet, ob sie auch tatsächlich abgestempelt werden. Es hätte uns nicht gewundert, hätte man dort die Briefmarke wieder abgelöst und weiterverkauft. Doch sie kamen an – mit ordentlich Verspätung und ungestempelt. Auf die Postkarten, welche wir in Cienfuegos und Trinidad eingeworfen haben, warten wir bis heute….

Essensrationierungen

Als wir mal abseits der Touristenstraßen gelaufen sind, stellten wir durch Zufall und vor allem mit Erschrecken fest, dass Kubaner unter Essensrationierungen stehen. Diese gelten insbesondere für Fisch, Fleisch, Milch und Eier. Für uns (die reichen Touristen) war beim Frühstück immer genügend Milch und täglich ein Frühstücksei dar.  Als wir das realisiert hatten, aßen wir weniger Eier.

Einmal wurden wir angesprochen, wieder sehr geschickt vorbereitet, ob wir nicht Milch für ein Kind kaufen könnten. Für die Kinder sei nicht ausreichend Milch vorhanden, da diese für die Touristen vorgehalten wird.  Wir lehnten ab, was der Typ nicht so lustig fand. Es ist schlecht, wenn die Einheimischen mit ihren Nahrungsmitteln kalkulieren und die Touristen das Essen um den Mund geschmiert bekommen.

Doch wir entschieden uns dagegen, da wir bereits so viel Geld durch unsere Reise in das Land tragen.
Es ist falsch, dass dieses Geld nicht ansatzweise beim Einzelnen ankommt, aber das ist ein Fehler im System .
Wir sind nicht Mutter Theresa und wenn wir bei einem anfangen, müssen wir allen eine Packung Milch kaufen.
Und weil wir das Problem dadurch auch nicht lösen.

 

Warst du auch mal auf Kuba? Was hast du für Erfahrungen gemacht oder hast du einen besonderen Tipp? Über eine Nachricht würde ich mich freuen:

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